Isochrone einfach erklärt

Eine Linie gleicher Fahrzeit, was sie zeigt, wie sie berechnet wird und wo ihre Grenzen liegen.

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Die kurze Antwort

Eine Isochrone ist eine Linie, die alle Punkte verbindet, die von einem Startpunkt aus in derselben Zeit erreichbar sind. Auf einer Karte umschließt sie das Gebiet, das man beispielsweise in 30 Minuten erreicht. Anders als ein Kreis folgt sie dem Straßennetz und ist deshalb nie rund.

Was ist eine Isochrone?

Eine Isochrone ist die Grenzlinie eines Gebiets gleicher Erreichbarkeit, ausgehend von einem Startpunkt. Der Begriff setzt sich aus iso für gleich und chronos für Zeit zusammen. Wer beispielsweise von Kassel aus in 30 Minuten mit dem Auto unterwegs ist, kommt in einem unregelmäßig geformten Gebiet an, dessen Rand genau diese Isochrone bildet.

Wie unterscheidet sich eine Isochrone von einem Kreis?

Ein Kreis unterstellt gleiche Erreichbarkeit in alle Richtungen. Eine Isochrone misst sie tatsächlich. Entlang einer Autobahn reicht sie weit über den Kreis hinaus, hinter einem Fluss ohne Brücke, in einem Alpental oder an einer Küste bleibt sie weit dahinter zurück, oft um mehr als das Doppelte zwischen der weitesten und der kürzesten Richtung. Welche der beiden Methoden für eine bestimmte Frage die richtige ist, klärt Radius oder Fahrzeit?.

Wie wird eine Isochrone berechnet?

Das Werkzeug geht vom Startpunkt aus schrittweise das Straßennetz entlang und merkt sich für jede Kreuzung, wie lange man bis dorthin braucht. Sobald die vorgegebene Zeit erreicht ist, wird die äußere Begrenzung aller erreichten Punkte zu einer Fläche zusammengefasst. Wie genau das Ergebnis ist, hängt davon ab, wie vollständig das Straßennetz erfasst ist und mit welchen Geschwindigkeiten gerechnet wird.

Woher kommt der Begriff?

Der Begriff stammt aus dem Griechischen, isos für gleich und chronos für Zeit. Isochronen-Karten sind älter als das Auto, bereits im 19. Jahrhundert wurden solche Karten gezeichnet, um zu zeigen, wie lange Reisen von einer Stadt aus in alle Richtungen dauerten, damals mit Kutsche, Bahn und Schiff.

Wofür werden Isochronen verwendet?

Fünf Felder nutzen Isochronen regelmäßig.

  • Standort- und Filialplanung. Welches Gebiet ein Standort in einer akzeptablen Zeit abdeckt.
  • Wohnortsuche nach Pendelzeit. Welche Orte innerhalb einer akzeptierten Fahrzeit liegen, mehr dazu bei Wohnort nach Pendelzeit finden.
  • Notfall- und Rettungsdienstplanung. Welche Gebiete innerhalb einer vorgegebenen Hilfsfrist liegen.
  • Verkehrs- und Raumplanung. Wie sich Erreichbarkeit über eine Region verteilt.
  • Einsatzgebiete im Handwerk. Bis wohin sich eine Anfahrt noch lohnt.

Wo liegen die Grenzen einer Isochrone?

Fünf Punkte begrenzen die Aussagekraft einer Isochrone ehrlich betrachtet.

  • Verkehrslage bleibt außen vor. Gerechnet wird bei freier Fahrt, nicht im Berufsverkehr.
  • Öffentlicher Nahverkehr braucht eigene Daten. Die Berechnung folgt dem Straßennetz, nicht Fahrplänen.
  • Der Datenstand des Straßennetzes. Neue oder gesperrte Straßen wirken sich erst nach der nächsten Aktualisierung aus.
  • Baustellen und Sperrungen fehlen. Kurzfristige Änderungen sind nicht enthalten.
  • Die Isochrone endet an der Datengrenze, nicht an der Realität. Außerhalb des erfassten Netzes lässt sich keine Aussage treffen.